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Nur
eine perfekt ausgebildete und geschulte Jury garantiert eine optimale
sensorische Leistung und ist somit Basis für eine seriöse Abwicklung der
Bewertung. Die Jury setzt sich aus erfahrenen Sensorikern aus der
Spirituosenbranche sowie Destillateuren zusammen. Die einzelnen Teams werden
nach Themenschwerpunkten ausgewählt und mit Experten ergänzt. Geleitet
wird die Verkostung von Wolfram Ortner, der auch für die gesamte
Organisation und Durchführung des WSA verantwortlich zeichnet. Ein
Assistenten-Team ist für die organisatorische Arbeit während der
Verkostung zuständig.
Im Rahmen des WSA
finden Verkoster-Trainings statt, bei denen angehende Jury-Mitglieder oder
interessierte Spirituosenfreunde das notwendige Basiswissen über
Produktkategorien und Verkostungskriterien erwerben. In der zweiten Stufe
der Spezialausbildung – sozusagen der „Master Class“ – werden im
Laufe eines Jahres mehrere ganztägige Verkoster-Trainings abgehalten, die
unter verschiedenen Schwerpunktthemen stehen und einen fixen Programmablauf
haben. Zum Vormittagsblock werden auch Gastreferenten eingeladen, die auch
Spezialisten aus der Jury sein können. Die Auswahl der Teilnehmer bleibt
der Organisation überlassen, die Gesamtverantwortung liegt bei Wolfram
Ortner.
Block 1 – 09.00 bis 13.00 Uhr
Das
jeweilige Spezialthema wird von verschiedenen Seiten beleuchtet, um das
Fachwissen zu vertiefen und Sicherheit in der praktischen Anwendung – der
Verkostung und Bewertung nach dem WOB-System (detaillierte Erklärung im nächsten
Abschnitt) – zu vermitteln. Ein Mix aus Diskussion, Erfahrungsaustausch
und zahlreichen Verkostungsbeispielen führt zu allgemein akzeptierten
Ergebnissen in den verschiedenen Bereichen, zum Beispiel Definition der
Typizität bzw. Intensität einer Frucht, Spektrum der Geruchs- und
Geschmacksvarianten einer Sorte, Eigenschaften holzausgebauter Destillate,
Fehler und kritische Fälle, Erkennung und Schulung ungewöhnlicher oder
„exotischer“ Spirituosen und vieles mehr.
Block 2 – 15.30 bis 17.00 Uhr:
Im Verkoster-Check geht es um die Überprüfung der sensorischen Leistung sowie die Absicherung des neu erworbenen Wissens. Daher ist es für alle Jury-Mitglieder notwendig, regelmäßig an den Verkoster-Trainings teilzunehmen. Um ins Jury-Team berufen zu werden, muss eine bestimmte Punktezahl erreicht werden: Jury-Mitglieder der Kategorie First Class sind Fixstarter bei der Verkostung, die Kategorien Second Class und Third Class der „Reserve-Pool“. Sollte beim Check die notwendige Punktezahl nicht erreicht werden, so kann man weitere Verkoster-Trainings besuchen, um an einer Verbesserung zu arbeiten.
Allgemeines/Kosten
bzw. Unkostenbeiträge
1. Für Jury-Mitglieder mit gültigen Verkosterpaß ist die Teilnahme an einem Verkoster-Training kostenlos.
2. Für weitere Trainings wird ein Unkostenbeitrag von Euro 100,- netto berechnet.
3. Für ein Wochenende (zwei Trainings) werden Euro 180,- netto berechnet.
4. Ab fünf Trainings kostet jedes weitere Training Euro 80.-
5. Nicht-Jury-Mitglieder bzw. Jury-Anwärter bezahlen pro Trainingstag einen Unkostenbeitrag von Euro 280,- (zuzüglich 20 % MWSt.).
6. Die Verkoster-Pässe sind jährlich zu erneuern, wobei mindestens ein positiver Check notwendig ist.
Das WOB-System
Die Bewertung erfolgt nach Wolfram Ortners Spirituosen-System. Dies ist ein speziell auf Spirituosen zugeschnittenes 100-Punkte-System mit fünf Bewertungskriterien.
A.
Kriterien
1.
Duft – Typizität und Intensität
Dabei
wird die Intensität der Aromatik eines Produktes und auch der typische
Sortengeschmack bewertet. Es ist in Verkostertrainings festzulegen, was bei
einer Frucht als positiv und negativ zu bewerten ist, beispielsweise kann eine
Himbeere zitrusfruchtig, heuig, leicht marzipanig oder eben typisch fruchtig
sein. Bei Spirituosen mit besonderen Kriterien bei der Herstellung (z. B.
Grappa mit Zucker- und Aromazusatz) ist ein anderes Produktverständnis sowie
Berücksichtigung der Konsumentenerwartungen Voraussetzung für eine möglichst
objektive Bewertung.
Dem
Verkoster bleibt überlassen, ob er das Produkt als z. B. „ok“ (O) oder
als „sehr gut“ (+) einstuft. Das „ausgezeichnet“ (++) versteht sich
nur als Regulierung bei mehr als 95 Punkten. Jedes (+) pro Kategorie erhöht
die Bewertung um einen Punkt. Realistisch ist die Anhebung bei Duft, Geschmack
und Harmonie – bei den „Sauberkeitskriterien“ sollte nur erhöht werden,
wenn es sich um ein ganz außergewöhnliches Produkt handelt und 99 oder gar
100 Punkte vergeben werden sollten.
2.
Duft – Sauberkeit, Fehler
Hier
schlagen sich Fehler im Geruch auf Grund mangelnder Sorgfalt in der
Verarbeitung bzw. Destillation negativ nieder (Vorlauf, Nachlauf ...).
Sobald
ein Produkt auch nur einen leichten Fehler aufweist, ist es mit (- -) zu
beurteilen. Ist das Produkt in Ordnung, dann ist es mit (+) zu bewerten.
3.
Geschmack – Typizität und Intensität
Der
intensive Geschmack und auch die Sortentypizität sowie die Dichte und
Komplexität eines Produktes werden positiv bewertet. Negativ werden
„schwachbrüstige“ oder nicht sortentypische Produkte bewertet.
4.
Geschmack – Sauberkeit, Fehler
Hier
schlagen sich geschmackliche Fehler zu Buche, ansonsten ist hier wie bei Punkt
2 vorzugehen und ausschließlich mit (+)oder (- -) zu bewerten.
5.
Harmonie
Die
allgemeine Harmonie aus Duft, Geschmack, Alkohol (sowie Holz oder Zucker) und
die Dichte der Spirituose werden als letztes Kriterium zur Wertung
herangezogen und runden das Ergebnis ab.
Sollte
in einer der anderen Kategorien (- -) vergeben worden sein, ist dies auch hier
die logische Folge. Einziges „Steuerungselement“ ist die Aufwertung um
einen Punkt auf (-), wenn ein Produkt in einer Sauberkeitskategorie (- -)
aufweist, ansonsten aber perfekt ist.
B. Punktierung pro Kriterium
(
-- -- )
fehlerhaft/sehr schwach
10 Punkte
( -- )
schwach
13 Punkte
( O )
ok/gut
16 Punkte
( + )
sehr gut
19 Punkte
( + + ) außergewöhnlich
20 Punkte
C.
Bewertungsschema
96
bis 100 Punkte: DOPPEL-GOLD:
Weltklasse, außergewöhnliches Produkt
90 bis 95 Punkte: GOLD:
Top-Produkt
80 bis 89 Punkte: SILBER:
gutes bis sehr gutes Produkt
71 bis 79 Punkte: BRONZE:
durchschnittliches Produkt
65 bis 70 Punkte:
schwaches oder leicht fehlerhaftes Produkt
bis 65 Punkte:
fehlerhaftes Produkt
D. Verbale Beschreibung
Alle
Bewertungskriterien werden separat schriftlich begründet und dem Einreicher
pro Destillat in Form einer Zusammenfassung überlassen.
E. Veröffentlichung
Es
werden alle Spirituosen ab 71 Punkten veröffentlicht – unter dieser
Punktegrenze gibt es keinerlei Veröffentlichungen, um Betrieben nicht schaden
zu können. In der persönlichen Bewertungsübersicht werden diese Ergebnisse
sehr wohl angeführt und dem Einreicher zugesandt.
Der Verkostungsablauf
Ablauf in der
Kategorie-Verkostung
Jedes
eingereichte Produkt wird immer von drei Teams (eine Linie) parallel bewertet.
Jedes Team setzt sich aus zwei Personen (A/B) zusammen und gibt eine
Gruppenwertung ab. Die einzelnen Teams werden so zusammengestellt, dass auf
jeden Fall Verkoster A ein Spezialist für die jeweilige Sorte ist. Bei
speziellen Produkten wie Whisky usw. ist Verkoster A ein Experte dieser
Kategorie oder Gruppe, ergänzt von einem Verkoster aus dem Edelbrandbereich.
Der Experte garantiert die Fachkenntnis, der Edelbrandexperte die sensible
sensorische Beurteilung. Damit ist gewährleistet, dass die Wertung möglichst
objektiv ist und „Tiefe“ hat. Nach jeder Sorte bzw. Kategorie werden die
Teams neu zusammengestellt.
Die
Ergebnisse der Bewertungsbögen werden von den Assistenten ausgewertet, wobei
bei eindeutigen Gruppenentscheidungen der Durchschnittspunktewert der Mehrheit
herangezogen wird, bei Diskrepanzen innerhalb eines Teams der Spezialist die
primäre Instanz ist. In Zweifelsfällen entscheidet der Assistent, bei
nochmaliger Pattstellung wird ein weiterer Assistent herangezogen.
Sollte
es zu Punktegleichheit an der Spitze einer Gruppe kommen, so werden diese
Produkte von zwei Teams nochmals offen verkostet und eine Reihung erstellt.
Daher werden hier auch Zehntelpunkte vergeben. Gibt es z. B. fünf
94-Punkte-Spirituosen, so hat das beste Produkt 94,4 Punkte, das Zweite 94,3
Punkte usw. Den WSA bzw. die Auszeichnung (z. B. „Spirits of the Year“ -
Williams) erhält somit das Produkt mit der höchsten Punktezahl (in diesem
Beispiel 94,4 Punkte).
Praktische
Durchführung der Verkostung
Service
von je vier (zugedeckten) Gläsern für jeden Verkoster
Erstellung
von Einzelurteilen ohne Vergleich der Proben
Beurteilung
durch Kürzel für jedes Kriterium, anschließend Punkteberechnung
Kontrolle
des Einzelurteils am leeren Glas, eventuell Korrektur
Erstellen
eines Gruppenresultates
·Behandeln
von Abweichungen
Fehlerhafte Produkte werden nochmals nachverkostet
Der Verkoster-Check wird in fünf Gruppen
unterteilt:
40 richtige Ergebnisse sind 100%
36 richtige Ergebnisse sind 90%
First Class
Fixstarter
32 richtige Ergebnisse sind 80%
Second Class
Ersatz
28 richtige Ergebnisse sind 70%
Third Class
2. Ersatz
24 richtige Ergebnisse sind 60%
20 richtige Ergebnisse sind 50%
Anmeldung
immer 2 Wochen vor Beginn per Mail oder Fax!
