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Abfindungsbrennereien
sind Brennereien, die nicht unter Verschluss stehen und bei denen die Brennzeit
vom Finanzamt vorgegeben wird .
Acetaldehyd
entsteht bei der alkoholischen Gärung und wird durch Hydrierung in Äthylalkohol
umgewandelt.
Acetale
sind wichtige Bestandteile von gelagerten Obstbränden und zählen zu den
Aromaträgern im Branntwein.
Acrolein
ist ein ungesättigter Aldehyd, der vornehmlich in Kern- und Steinobstbränden
vorkommt.
Agraralkohol
(Industriealkohol) entsteht durch hochprozentiges Destillieren von neutralen
Rohstoffen wie Kartoffeln und Getreide.
Alambic
ist eine zwiebelförmige Brennblase, verwendet bei der Cognacproduktion.
Aldehyde
sind chemische Verbindungen, die bei der Oxidation von Alkoholen gebildet
werden.
Alkoholausbeute
hängt vom Fruchtzuckergehalt des zu destillierenden Produkts ab.
Alkoholometer
dient zum Messen des Alkoholgehalts.
Aminosäuren
sind organische Säuren.
Aräometer
(Senkspindeln) werden zur Bestimmung des Alkoholgehalts von Bränden verwendet.
Aromastoff
bzw. Flavor wird von einer Vielzahl kompliziert aufgebauter und empfindlicher
organischer Verbindungen gebildet.
Äthylalkohol als wichtigster Alkohol in einer Spirtuose entsteht durch Vergärung von Zucker mit Hefen.
|B|
Bakterien spielen in der Brennerei als Infektionsorganismen eine große Rolle.
Bakterienfreies
Vergären nennt man das Vergären mit Reinzuchthefen.
Barrique
heißt das kleine Eichenholzfass (meist 225 l), das zum Ausbau von speziellen
Destillaten (Zigarrenbrände ...) verwendet wird.
Beerenobst
wird wegen der hohen Kosten selten destilliert und ist daher meist nur als
"Geist" bekannt.
Befundbuch
wird von Verschlussbrennereien geführt.
Begriffsbestimmungen
für Spirituosen werden im Codex festgehalten.
Benzaldehyd
ist der Bittermandelton in Steinobst-Destillaten.
Betriebsbuch
wird vom Brennereibesitzer geführt.
Bitter-Spirituosen enthalten aromatische Bestandteile aus Kräutern, Samen, Fruchtschalen, Wurzeln, Rinden, Hölzern oder Gewürzen.
Branntwein
kann durch alkoholische Gärung und anschließende Destillation aus allen
Stoffen hergestellt werden, die zuckerhaltig sind oder aus denen vergärfähiger
Zucker erzeugt werden kann.
Branntweinlager
werden in Verschlusslager und offene Lager eingeteilt. Das Verschlusslager wird
von amtlichen Behörden überwacht.
Branntweinsteuer
wird an die Zoll- bzw. Finanzbehörde abgeführt.
Brennabschnitt
dauert zehn Jahre, in Österreich z. B. von 1993 bis 2003, wobei nur eine
gewisse Menge Branntwein erzeugt werden darf, die vom Brennrecht abhängt.
Brennblase ist der Kupferkessel für die Destillation, der von unten beheizt wird, sodass sich die Flüssigkeit im Inneren erhitzt und Alkoholdämpfe freigesetzt werden.
Brenngeräte
dienen zur Herstellung von Branntwein aus vergorenen Maischen.
Brennmeister
ist der Meister vor dem Brenngerät.
Brennwein
ist der für die Destillation vorgesehene Grundwein.
|C|
Codex
Alimentarius Austriacus heißt das vorbildliche österreichische
Lebensmittelbuch, ein Standardwerk zur Überwachung von Lebensmitteln.
Cuvée
ist eine Mischung verschiedener Einzeldestillate zu einem fertigen Erzeugnis.
|D|
Dampf
dient als Heizstoff beim Destillieren.
Dampfleitungen
führen vom Dampferzeuger zu den Brenngeräten.
Dephlegmator
ist ein Bestandteil des Brenngeräts, durch den Maische und Kühlwasser fließen.
Destillat
nennt man das durch Destillieren oder Rektifizieren gewonnene alkoholische
Erzeugnis.
Digestiv
ist die Bezeichnung für eine verdauungsfördernde Spirituose – in der Praxis
ein edles Destillat als Abschluss eines Menüs.
|E|
Eau-de-Vie
ist die französische Bezeichnung für Branntwein („Wasser des Lebens“).
Edelstahl
wird in der Herstellung von Brenngeräten oder Gärtanks neben Kupfer am häufigsten
verwendet.
Eiweißstoffe
oder Proteine sind stickstoffhaltige, organische Verbindungen.
Enthärtung
des Wasser findet durch lonenaustausch statt.
Enzyme
oder Fermente werden in tierischen und pflanzlichen Zellen gebildet. Sie
beschleunigen den Verlauf biochemischer und biologischer Vorgänge.
Essenzen
sind Auszüge aus pflamzlichen Grundstoffen wie Kräutern oder Früchten, meist
als Grundlage für Liköre verwendet.
Essigsäure
ist eine flüchtige ganische Säure.
Ester
sind organische Verbindungen, die durch Vereinigung von Alkohol mit Säure unter
Wasseraustritt entstehen. Sie werden wegen ihres angenehmen Geruchs als
Duftstoffe verwendet.
Ethylcarbamat,
auch Urethan genannt, findet man vor allem in Steinobstdestillaten.
Extrakt bezeichnet die Summe aller vergärbaren und unvergärbaren gelösten Stoffe.
|F|
Fassstärke beschreibt den Alkoholgehalt eines Destillates, wie es aus der Brennanlage kommt – ohne auf Ttrinkstärke herabgesetzt zu werden.
Feinbrand ist das Ergebnis der zweiten Destillation, bei der der Raubrand nochmals gebrannt wird und der Mittellauf – das Herzstück – separiert wird.
Fermentation
wird die Vergärung von Maischen genannt.
Flüchtige
Säuren sind organische Säuren, die unterhalb ihres Siedepunkts mit Wasserdampf
flüchtig sind und in das Destillat übergehen.
Formaldehyd
ist der einfachste Aldehyd.
Fructose
ist ein Einfachzucker, der in der Pflanzenwelt in den meisten süßen Früchten
zusammen mit Glucose vorkommt.
Fuselöle sind starke Aromaträger, die bei der alkoholischen Gärung enstehen.
|G|
Gärbehälter
können aus Nirosta oder aus Plastik sein.
Gärdauer
ist der Zeitraum zwischen Einmaischen und Destillation der Maische.
Gärtemperatur
sollte am besten elektronisch gesteuert werden.
Gärung
ist der Stoffwechselprozess, aus dem Mikroorganismen unter Luftabschluss Energie
für ihr Wachstum gewinnen können. Die bekannteste Gärung ist die alkohofische
Gärung durch Hefen, bei der Zucker über mehrere Zwiischenstufen zu Äthanol
und Kohlendioxid umgewandelt wird.
Gärverschluss
ist ein spezieller Verschluss für Gärgefäße, der den Austritt bei der
alkoholischen Gärung entstandener Gärgase ermöglicht, aber den Eintritt von
Luft verhindert.
Geist
entsteht durch Destillation eines Gemisches aus Früchten und Neutralalkohol,
mit dem die Geschmacksstoffe ausgelaugt wurden.
Gelägerbrand
(Glögerbrand) ist die österreichische Bezeichnung für Hefebranntwein.
Gewerbliche
Brennereien unterliegen der Gewerbeordnung.
Glockenböden
sind die Böden in einer Kolonne.
Glucose
ist ein Einfachzucker, der in fast allen süßen Früchten vorkommt.
Glycerin ist ein dreiwertiger Alkohol, der sich in kleinen Mengen als Nebenprodukt bei der alkoholischen Gärung bildet.
|H|
Härte
im Wasser entsteht durch das Lösen von Calcium- und Magnesiumsalzen aus den
verschiedenen Erdschichten.
Hefebrand
wird aus dem Hefegeläger destilliert, das sich nach der alkoholischen Gärung
absetzt.
Hefen sind mikroskopisch kleine einzellige Pilze, die sich durch Sprossbildung vermehren und für die alkoholische Gärung verantwortlich sind.
Herz(stück)
ist der Mittellauf des Feinbrandes bei der Destillation.
Hexanol ist ein höherer Alkohol, der vor allem aus Blättern und Stielen freigesetzt wird.
|I|
Indirekte
Beheizung bedeutet, dass die Maische nicht mit der Heizquelle in Berührung
kommt.
Infektionen
von Maischen können durch Fehlgärungen oder zu wenig Sauberkeit verursacht
werden.
Invertase
ist ein Enzym, auch Saccharase oder Fructosidase genannt, das Saccharose in
Glucose und Fructose spaltet.
Invertzucker
ist ein Zuckergemisch aus gleichen Teilen Fructose und Glucose und entsteht
durch Spaltung von Saccharose durch das Enzym Invertase.
lonenaustauscher
ist ein Gerät, das Ionen gegen andere Ionen austauscht.
Isoamylalkohol ist ein höherer Alkohol ("Fuselalkohol") und wird aus der Aminosäure Leucin als Nebenprodukt bei der alkoholischen Gärung gebildet.
|K|
Kaffee-Destillate
sind spezielle Brände, meist aus Steinobstsorten, Trauben oder
Weinnebenprodukten, oft im Barrique ausgebaut, die als Begleiter zu Kaffee
besonders harmonieren.
Katalysatoren
sind Substanzen, die die Geschwindigkeit einer chemischen Reaktion verlangsamen
oder beschleunigen.
Kleinbrennereien
sind Brennereien ohne Brennrecht.
Kohlendioxid
entsteht bei der alkoholischen Gärung.
Kolonne
ist die Kurzbezeichnung für eine Brennanlage, die eine kontinuierliche
Gewinnung eines Destillates erlaubt.
Kondensation
nennt man den Übergang von Dampf in Flüssigkeit durch Kühlung.
Kopf
ist ein anderer Begriff für den Raubrand.
Kühler
dienen zur Vefllüssigung und Kühlung von Alkoholdämpfen.
Kurzgärung erfolgt durch Zusetzen besonders starker oder agressiver Hefen in der Maische.
|L|
Liköre
sind versüßte Spirituosen, die unter Verwendung von Zucker, geeigneten
Zuckerarten oder Honig hergestellt wurden.
Lohnbrennereien
destillieren Produkte für Grundstoffen.
Lutter ist eine andere Bezeichnung für den Raubrand.
|M|
Maische
ist der brennereitechnische Begriff für den zu destillierenden Rohstoff.
Messuhr
dient den Behörden zur Ermittlung der Branntweinsteuer.
Methylalkohol
ist der leichteste Alkohol und wird beim Destillieren abgetrennt. Er wird fälschlicherweise
auch als "Vorschuss` bezeichnet.
Mittellauf umfasst jenen Teil der Destillation, den man für die Brandherstellung verwendet.
|N|
Nachlauf
bezeichnet einen unerwünschten Teil des Destillates, der Fuselöle und Ester
enthält und beim Feinbrand abgetrennt wird.
|O|
Obstbranntweine
dürfen nur ab 40 % Vol. Alkohol in Verkehr gebracht werden, sie dürfen auch
nicht verschnitten werden.
Obstbrennereien
verarbeiten ausschließlich Obst, Beeren, Wein, Weinhefe, Most oder
Wurzeln.
Obstgeist
wird unter Zusatz von Alkohol destilliert und muss mindestens 40 % Vol. Alkohol
enthalten.
Obstwasser,
z. B. Obstler, ist Kernobstbranntwein mit mindestens 38 % Vol. Alkohol, der nur
aus Birnen und/oder Äpfeln .hergestellt wird.
Öchslegrade geben nach der Mostwaage von Öchsle den Gesamtextraktgehalt von Obstsäften und Obstmaischen an.
|P|
Parfümiert
nennt man Destillate mit aufdringlichen, als unangenehm empfundenen Aromen.
Pektine
kommen in unterschiedlichen Mengen in Früchten vor und stellen chemisch
Methylester der Polygalakuronsäure dar.
Pentosen
gehören zu den Einfachzuckern.
Pflümliwasser
ist der Schweizer Name für Zwetschkenwasser.
Poteen
ist das englische Wort für einen heimlich gebrannten Whisk(e)y.
Pot-Still
heißt die traditionelle Brennblase in der Whiskyerzeugung, bestehend aus einem
Kupferkessel mit Schwanenhals.
Prohibition
bezeichnet ein staatlich verordnetes Alkoholverbot.
Pumpen dienen zum Befördern der Maische oder von Branntweinen.
|Q|
Quetsche ist die Edelzwetschke, vorwiegend aus dem Elsass und aus Baden.
|R|
Raubrand
– auch Kopf oder Lutter genannt – ist der erste, minderwertige Teil eines
Destillationsverfahrens.
Reinzuchthefen
dienen zur Vergärung von Maischen.
Rektifikation
ist die Reinigung (Destillation) und Verstärkung des Rohbranntweins.
Rektifikationskolonne
ist eine Anlage zur kontinuierlichen Destillation.
Röhrenkühler
ist eine spezielle Art eines Kühlers.
Rührwerke dienen zum Rühren der Maische in Maischetanks und in Destillationsapparaten.
|S|
Saccharose
wird im Allgemeinen als Zucker bezeichnet.
Sammelgefäße
dienen zum Aufsammeln des Branntweins. Sie stehen bei Verschlussbrennereien
unter Verschluss.
Schlangenkühler
ist eine spezielle Art eines Kühlers.
Schlempe
nennt man das bei der Herstellung von Alkohol anfallende entgeistete
Nebenprodukt.
Schlempelbehälter
können bei Verschlussbrennereien auch unter Verschluss sein.
Schwund
ist der Verlust durch Verdunstung, der bei der Lagerung von Destillaten in Holzfässern
entsteht.
Sekundäre
Bukettstoffe sind Teile des Gesamtbuketts in einem Destillat. Sie werden beim
Verarbeitungsprozess der Früchte, wie Mahlen, Pressen und Maischen, gebildet
und sind wertgebende Inhaltsstoffe.
Spirituosen
sind alle zum menschlichen Genuss bestimmten Getränke, die aus vergorenen
zuckerhaltigen Stoffen oder durch Beimengung von Alkohol hergestellt wurden.
Steinobst sind Obstsorten wie Kirschen, Zwetschken, Marillen, Pfirsiche ...
|T|
Terpene
kommen höhermolekular im Nachlauf vor. Sie verleihen Destillaten eine
muffig-dumpfe Geschmacksbeeinträchtigung und zählen daher zu den nicht erwünschten
Inhaltsstoffen.
Thermometer
dienen zum Anzeigen der Temperatur.
Titrierapparat
ist ein Gerät, mit dem man den Säuregrad einer Maische messen kann.
Trester
nennt man die bei der Wein-, Obst- und Süßmostbereitung anfallenden
ausgepressten Rückstände.
Tresterbranntwein
ist der aus vergorenen Trauben- oder Obsttrester hergestellte Branntwein.
Trinkstärke bezeichnet den endgültigen Alkoholgehalt eines Destillats, meist erreicht durch Zugabe von Wasser.
|V|
Verdunstung
ist die Bezeichnung für den Übergang eines flüssigen Stoffs in gasförmigen
Zustand unterhalb des Siedepunkts.
Verschlussbrennereien
sind Brennereien, die durch Plomben verschlusssicher gemacht wurden.
Verschnitte
sind Spirituosen, denen Industriealkohol beigemengt wurde.
Vorlauf wird jener Teil des Destillats genannt, der bei der Destillation als unerwünschtes Ne benprodukt zuerst abgetrennt wird.
|W|
Wasser
dient zum Heruntersetzen eines Destillats auf Trinkstärke.
Wasserdestillat
wird zum Herabsetzen der feinen Spirituosen verwendet.
Weindruse
nennt man einen Brand aus der Weinhefe.
Wilde
Hefen sind für die spontane Gärung verantwortlich.
Wildfrüchte
ergeben exklusive, kostspielige Destillate
Williamsbirne ist wohl die einzige Frucht, die manchmal in der Flasche wachsen kann.
|X|
Xylose ist ein unvergärbarer Zucker in Beeren.
|Z|
Zellulose
ist die in der Natur am häufigsten vorkommende organische Verbindung.
Zigarren-Destillate sind spezielle Brände als Begleiter zu Zigarren. Sie sind meist höher im Alkohol (um 48 % Vol.) und werden im Barrique ausgebaut.
Zitronensäure
ist eine organische Tricarbonsäure.
Zucker
ist der Sammelbegriff für alle Kohlenhydrate. (Ein guter Brenner hat ein
ambivalentes Verhältnis zum Zucker: Einerseits ist ihm der Zucker in reifen Früchten
sehr willkommen, andererseits darf er sich vom Zucker aus der Rübe nicht
versuchen lassen.)
Zwetschke,
auch Zwetschge oder Pflaume, ist die Frucht eines Rosenholzgewächses, das von
der asiatischen Haferschlehe abstammt.
Zymase wird von der Hefe bei der Gärung erzeugt und spaltet den Frucht- und Traubenzucker hauptsächlich in Alkohol und Kohlendioxid.