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Armagnac  

 

Geschichte/Wissenswertes

Der Armagnac wird oft als kleiner Bruder des großen Cognac gesehen, womit man ihm nicht gerecht wird. Schon was die Geschichte angeht, ist der Armagnac dem Cognac „überlegen“ – bereits 1461 wurde ein „Vorgänger“ erstmals urkundlich erwähnt. Für diese frühe Kultur der Branntweinherstellung sind drei Kulturkreise verantwortlich: die Römer mit ihren Weinbaukenntnissen, die Gallier mit ihrer Handwerkskunst der Fassherstellung und die Araber mit der Destillationstechnik.

Nach den Landsknechten im Mittelalter trugen später die Handelsbeziehungen zu den Niederlanden zur Bekanntmachung des Armagncs wesentlich bei. Als der Weintransport auf der Garonne beschränkt und ein Weinumschlagsverbot in Bordeaux erlassen wurde, wurden die Weine aus der Gascogne destilliert, um sie lagerfähig zu machen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Brenntechnik verbessert und der Armagnac-Handel brachte Wohlstand in die Region.

Im Gegensatz zum Cognac sind beim Armagnac Angaben des Jahrgangs üblich – auch wenn alles, was älter als fünf Jahre ist, des Vertrauensgrundsatzes bedarf -, daneben kommen aber auch Verschnitte auf den Markt.

Armagnac darf nach einer Verordnung aus dem Jahre 1909 nur in drei Regionen hergestellt werden: Bas-Armagnac, Ténarèze und Haut-Armagnac. Der Name, die Herkunft und die Herstellung sind durch die „Appelation Contrôlée“ gesetzlich geregelt.  


Produktion  


Ausgangsprodukt für den Armagnac sind Weine aus den Rebsorten Folle Blanche, Saint Émilion, Colombard, Jurancon und Baco 22 A. Dem Brennwein dürfen Aromastoffe wie Pflaumen, Kräuter oder Haselnüsse beigemengt werden. Destilliert wird traditionell nach dem kontinuierlichen Verfahren, aber seit 1972 ist auch die zweifache Destillation nach dem Alambic-Verfahren gestattet.

Die weitere Lagerung erfolgt in Fässern mit 225 bis 420 Liter Inhalt, die aus der typischen Gascogner „Schwarzen Eiche“ hergestellt werden. Die frischen Destillate kommen in neue Fässer und werden nach einer gewissen Zeit in die älteren, gebrauchten Fässer umgefüllt. Während der Lagerzeit – mindestens zwei bis höchstens 40 Jahre, wobei die ersten fünf Jahre kontrolliert werden -, ersetzt man den Schwund durch eine Mischung aus destilliertem Wasser und schwachem Armagnac, bis die Trinkstärke erreicht ist.

Nach der Abfüllung verändert sich Armagnac nicht mehr, der Reifeprozess endet zu diesem Zeitpunkt.  


Bezeichnungen

Die Jahrgangsbezeichnungen beim Armagnac weisen auf den Jahrgang der Grundweine hin. Bei Verschnitten bedeutet die Angabe des Jahrgangs das Alter des jüngsten Weines, über die Dauer der Fasslagerung sagt ein Etikett allerdings nichts aus.

*** bis ****: mindestens ein bis drei Jahre gelagert
V.S (Very Special), Sélection, De Luxe: mindestens drei Jahre gelagert  
Superieur, Premièr Choix, Grande Selection: mindestens vier Jahre gelagert  
V.O (Very Old), V.S.O.P. (Very Superior Old Pale), Réserve, Grande Fine: mindestens fünf Jahre gelagert  
Extra, Napoléon, Vieille Réserve, Hors d’ Age, X. O. (Extremly Old): über fünf Jahre gelagert  


Gläser-Tipp

WOB-Cognac, Riedel Cognac und ähnliche  


Trink-Temperatur

17 bis 20 Grad Celsius  


Gesetzliche Überwachung

Name, Herkunft und Herstellungsverfahren sind gesetzlich geregelt durch die Appellation Contrôlée geregelt:  
Appellation Armagnac Contrôlée : Verschnitt von Destillaten aus mindestens zwei – oft sogar drei – Armagnac-Regionen.  

Jede der folgenden Herkunftsbezeichnungen setzt voraus, dass Wein und Destillat aus der einzelnen Region stammen:  
Haut-Armagnac - Appellation Haut-Armagnac Contrôlée  
Ténarèze - Appellation Ténarèze Contrôlée  
Bas-Armagnac - Appellation Bas-Armagnac Contrôlée

Die Kontrolle unterliegt dem „Bureau National Interprofessionnel de l’Armagnac“ B.N.I.A.  

Armagnac-Produzenten

Siehe "Link-Seiten" in www.world-spirits.com oder im "World-Spirits Online Guide" umfassend!