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Brandy

 

Geschichte/Wissenswertes

Dass Spanien der größte Weinbrandhersteller ist, werden ganz sicherlich nicht sehr viele wissen – die Produktion des andalusischen Brandys ist größer als jene Frankreichs und Deutschlands zusammen.

Der arabische Einfluss hat dazu beigetragen, dass in Spanien sehr früh mit der Destillation begonnen wurde. Die Wurzeln liegen in Jerez, wo ursprünglich auch die Trauben für die Brandyerzeugung kultiviert wurden, heute wird dort nur mehr gelagert und verschnitten.

Anbau der Trauben und Weiterverarbeitung der Weine haben sich um die Stadt Tomelloso in La Mancha verlagert. Für den Grundwein wird beinahe ausschließlich die Airén-Traube verwendet. Die Destillate werden von großen Brennereien mit einem einheitlichen Qualitätsstandard erzeugt und dann nach Jerez gebracht, wo sie nach individuellen Rezepten der Erzeugerfirmen gelagert und verfeinert werden.

Es kommt nicht von ungefähr, dass in Spanien enorme Mengen an Weinbrand hergestellt werden – dies beruht auf einer Symbiose aus Sherry- und Brandy-Herstellung. Die 500-Liter-Sherry-Fässer werden nach dem traditionellen Solera-System auch für die Lagerung des Brandys verwendet. Durch das oftmalige Umfüllen aus den oberen in die unteren Fassreihen sowie die klimatischen Bedingungen in Andalusien reift der Brandy besonders rasch und nimmt den Charakter des Fassholzes und des jeweiligenSherry-Typs an, der darin gelagert war.

Ein spezieller Kontrollrat, der „Consejo de Regulador“, überwacht alle Vorschriften und sichert damit die Qualität und Eigenständigkeit des Brandy de Jerez. 


Produktion und Lagerung

Jahrhundertelang diente Brandy zur Verstärkung von Weinen, erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde er als „Brandy de Jerez“ sozusagen „selbstständig“. Der Brandy de Jerez wird aus gehaltvollen, trockenen Weinen hergestellt. In einem sorgfältigen Destillationsprozess – niedriggrädig bis ca. 65 % Vol., höchstens 70 % Vol. – entstehen die „Holandas“, die eigentliche Grundlage für den Brandy mit sehr vielen Geschmacksstoffen. Erfahrene Kellermeister stimmen diese Holandas mit zusätzlich gebrannten höhergradigen Destillaten ab und mischen diese im richtigen Verhältnis. Die Brandys de Jerez werden später mit Wasser auf 36 % bis 45 % Vol. eingestellt und reifen in 500-Liter-Eichenfässern aus amerikanischer Eiche, in denen vorher Sherry gelagert war, in den großen Bodegas weiter. Einfache Brandys sind bereits nach sechs Monaten trinkbar, gute Qualitäten bleiben einige Jahre im Fass.

Der große Unterschied zu anderen Branntweinen ist das Solera-System, wofür auch das besondere Klima dieser Region von hervorstechender Bedeutung ist. Die Kellermeister entnehmen den fertigen Brandy aus der untersten Fassreihe und füllen diesen in Flaschen. Die gleiche Menge wird aus der darüberliegenden Reihe nachgefüllt. So geht dies über mehrere Stufen (Criaderas), bis in der obersten Fassreihe frisches Destillat nachgefüllt werden kann. So gibt es immer eine gleich bleibende Qualität. Dieses Vermischen wird mehrmals jährlich wiederholt, wodurch eine Sauerstoffzufuhr gesichert ist, die dem Brandy de Jerez seinen unverwechselbaren Geschmack gibt.


Bezeichnung bzw. Altersbezeichnungen

Solera: mindestens sechs Monate, durchschnittlich 1 ½ Jahre gereift

Solera Reserva: mindestens ein Jahr, durchschnittlich drei Jahre

Solera Gran Reserva: Premium-Kategorie, mindestens drei Jahre, meist ca. acht Jahre


Gläser-Tipp

Riedel Sherry


Trink-Temperatur

16 bis 18 Grad Celsius


Brandy-Produzenten

Siehe "Link-Seiten" in www.world-spirits.com oder im "World-Spirits Online Guide" umfassend!