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Gin

 

Geschichte/Wissenswertes

Als Urvater von Gin und somit auch Genever gilt der holländische Professor Franciscus Sylvius de la Boe, der 1550 aus medizinischen Gründen ein Wacholderdestillat herstellte: Es sollte die tropischen Fieberanfälle der Kolonisatoren bekämpfen. Doch sehr bald erkannte man auch den Genusseffekt dieses feinen Destillates und die Beliebtheit verbreitete sich auf Grund der regen Handelstätigkeit der Holländer sehr rasch – so auch in England, wohin es durch Wilhelm III. von Oranien gelangte, der beide Länder in Personalunion regierte.

In England nannte man dieses Getränk ganz einfach Gin. Zur Zeit der Industrialisierung wurde es als „Sorgentöter“ eingesetzt und sorgte so für Massenalkoholismus – allerdings gab es am Markt vorwiegend mindere Qualiäten. Per Gesetz wurde dem entgegengewirkt und mit der Erfindung der Patent-Still-Destillation konnten auch wesentlich bessere Qualitäten hergestellt werden.

So wurde der Gin auch gesellschaftsfähig, vor allem die Damen der feinen Gesellschaft liebten dieses aromatische Getränk, so auch ein Leben lang Queen Mum als prominentestes Beispiel. Produzenten wie Gordon oder Booth trugen dazu bei, dass Gin ein beliebtes Vorlksgetränk in guter Qualität wurde – Gordon ist noch heute der größte Gin-Hersteller der Welt.


Produktion

Gin ist eine Spirtuose, die auf der ganzen Welt erzeugt werden kann. Ursprünglich wurde Gin aus Getreide hergestellt, 1920 regelte man die Herstellung in England per Gesetz, das als Grundstoff neutralen Alkohol mit mindestens 96 % Vol. vorsah. Dadurch spielt das Basisprodukt keine Rolle mehr, es geht vor allem um die Auswahl und Mischung der aromatischen Zutaten – neben den obligatorischen Wacholderbeeren.

Für die Herstellung von Spirituosen wie Wacholder, Gin oder Genever wird die Wacholderbeere verwendet, die in Europa weit verbreitet auf Heiden und in Wäldern wächst. Die besten Wacholderbeeren findet man in Italien am Appenin auf bis zu fünf Meter hohen Sträuchern, die von Mitte August bis Mitte September durch Abschütteln geerntet werden. Die Beeren enthalten bis zu 20 % Stärke und viele ätherische Öle, die dem Gin den typischen, süßlich-aromatischen Duft geben.

Was allerdings an weiteren aromatischen Zutaten beigemengt wird, um dem Gin einen speziellen Charakter zu geben, das ist und bleibt das Geheimnis der Hersteller: Das breite Spektrum reicht von Lavendel und Koriander über Kümmel und Anis bis zu Zitrone oder Orange. 


Bezeichnung bzw. Altersbezeichnungen

Dry Gin: ungesüßter Gin

Plymouth Gin: leicht gesüßter Gin, nicht mehr sehr gefragt

Old Tom Gin: anderer Name für gesüßten Gin


Gin-Produzenten

Siehe "Link-Seiten" in www.world-spirits.com oder im "World-Spirits Online Guide" umfassend!