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Alexander
der Große endeckte auf einer Indienreise das Zuckerrohr und brachte es in den
Mittelmeerraum, wo es kultiviert wurde. Nach Christoph Columbus’ Endeckung der
Karibik pflanzten die Europäer auf der Insel Hispaniola Zuckerrohr an, da das
Klima für das Wachstum dieser Pflanzen ideal schien. Holländische Kolonisten dürften
Mitte des 16. Jahrhunderts auf den Westindischen Inseln ein alkoholisches Getränk
mit dem Namen „Tafia“ destilliert haben, quasi der Vorgänger des Rums.
Wie
es zum Namen Rum kam, ist nicht ganz klar, doch weist vieles auf einen Erlass
des Gouverneurs von Jamaika im Jahr 1661 hin. Im Laufe der Jahrhunderte brachten
Kolonisten aus Frankreich, Holland, England und Dänemark Kenntnisse aus der
Schnapsproduktion in ihre neue Heimat, daher gibt es auch die
unterschiedlichsten Brennverfahren.
Barbados, Guadeloupe, Guyana, Jamaika, Haiti, Kuba, Martinique, Puerto Rico, Trinidad, Venezuela, Virgin Islands – so liest sich die karibische Vielfalt von Rum, der als weißes oder braunes Produkt verkauft wird und weltweit viele Freunde hat.
Produktion
und Lagerung
Ausgangsprodukt
für Rum ist die Zuckerrohrpflanze. Die bis zu vier Meter hohe Pflanze reift
etwa 15 Monate nach der Pflanzung. Für die Gewinnung des Zuckersaftes eignen
sich nur die unteren zwei Drittel der Pflanze, da dieser Teil besonders
aromatisch ist. Aus dem Rohr wird der Zucker herauskristallisiert und übrig
bleibt die sirupartige Melasse.
Vergoren
wird entweder der aus der Pflanze herausgepresste Zuckerrohrsaft oder die
Melasse, wobei die Maische auch noch mit Dosagen aromatisiert wird: Vanille,
Botaya-Akazien, Rosinen oder Zimtäpfel.
Je
nach Insel ist das Alambic-, das Pot-Still- oder das kontinuierliche
Brennverfahren üblich. Mit Letzterem wird der Rum wesentlich hochprozentiger im
Alkohol und daher auch reiner bzw. neutraler.
Der
häufig getrunkene weiße Rum wird mindestens sechs Monate in Stahltanks
gelagert. Der braune Rum wird in alten, stark getosteten Eichenfässern gelagert
(meistens amerikanische Bourbon-Fässer, teilweise auch gebrauchte Cognac- oder
Armagnac-Fässer). Wenn das Holz nicht mehr genügend Farbe an das Destillat
abgibt, wird mit Karamell nachgeholfen.
Rum in der Karibik reift auf Grund der klimatischen Verhältnisse zwei- bis dreimal so schnell wie Cognac und vier- bis fünfmal so schnell wie irischer Whisky, allerdings liegt der „Anteil der Engel“ – die Verdunstung im Fass – auch bei ca. 10 bis 12 % pro Jahr (normal sind ca. 4% pro Jahr).
Bezeichnungen
Original Rum: wird im Herstellungsgebiet erzeugt und abgefüllt, hat zwischen 70 und 80 % Vol. in Destillatstärke
Echter
Rum: auf Trinkstärke herabgesetzter Original Rum zwischen 38 und 54 % Vol.
Rum
Verschnitt: mindestens 5 % Original Rum im Verschnitt mit anderen Alkoholen,
mindestens 37,% Vol.
Rhum Vieux oder Hors d’Age reift machmal sogar jahrzehntelang.
Gläser-Tipp
INAO-Degustationsglas
Trink-Temperatur
16 bis 18 Grad Celsius
Rum-Produzenten
Siehe "Link-Seiten" in www.world-spirits.com oder im "World-Spirits Online Guide" umfassend!
