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Whiskey – USA

 

Geschichte/Wissenswertes

Die Geschichte des amerikanischen Whiskeys (der Urvater ist der Rye) geht bis zur Besiedelung des Landes durch Europäer und die Vertreibung der Indianer zurück, denen bekanntlich ja mit Alkohol, den sie bis dahin nicht kannten, übel mitgespielt wurde.

Nach den englischen Siedlern waren es vor allem Schotten und Iren, die ihren gewohnten Whisk(e)y auch in der neuen Heimat nicht aufgeben wollten – außerdem war der dort übliche Rum zu teuer. Neben den vielen kleinen Brennereien, die den Getreideüberschuss der fruchtbaren Böden verarbeiteteten, nutzten auch skrupellose Geschäftemacher die Alkoholfreudigkeit der Siedler. Um dies einzudämmen und auch den gesundheitlichen Schäden vorzubeugen, wurde im 18. Jahrhundert mit einer hohen Besteuerung des Whiskeys begonnen, die Aufstände der Farmer und sogar einen „Whiskey-Krieg“ zur Folge hatte, im Zuge dessen viele Siedler in andere Gebiete weiterwanderten.

Destillerien wurden von jeher dort errichtet, wo die Hauptvorkommen des zu verarbeitenden Getreides waren, so verarbeitet man in Virginia und Kentucky Mais oder in Maryland und Pennsylvania Roggen. 1909 wurde ein Gesetz erlassen, das genau beschrieb, wie der amerikanische Whiskey zu produzieren ist, und bis heute Gültigkeit hat.

1920 wurde mit der Prohibition ein absolutes Alkoholverbot erlassen, was dem illegalen Handel Tür und Tor öffnete – das Alkoholverbot wurde erst 1933 wieder aufgehoben und seither wurde an einer ständigen Qualitätsverbesserung des Whiskeys gearbeitet. Der Zweite Weltkrieg brachte dann den Bourbon verstärkt nach Europa, 1964 wurde der Bourbon gesetzlich geschützt und die Produktion geregelt. 

Produktion

Die Bezeichnung der amerikanischen Whiskey-Typen weist immer auf den Hauptanteil des verarbeiteten Getreides hin, das immer mindestens 51 % im Blend ausmachen muss: Mais beim Bourbon, Roggen beim Rye, Weizen beim Wheat und gemälzte Gerste beim Malt.

Im Gegensatz zu den birnenförmigen Brennblasen (Pot-Still) in Schottland oder Irland verwenden die Amerikaner Kolonnenbrennereien, dadurch ist der Alkohol wesentlich reiner.

Bei der Bourbon-Erzeugung gibt es zwei Vorgangsweisen: Zunächst wird das Getreide gemahlen und mit Wasser verkocht, anschließend mit gemälztem Getreide vermengt, um die Umwandlung von Stärke in Zucker zu starten. Danach wird entweder bei der so genannten „Sour-Mash-Methode“ der Maische ein Teil der hefehaltigen Rückstände einer vorhergehenden Destillation zugeführt oder bei der so genannten „Sweet-Mash-Methode“ neue Hefe eingesetzt. Danach wird mit der Patent-Still-Methode kontinuierlich gebrannt und das Destillat für mindestens drei Jahre in neue Fässer aus amerikanischer Weißweiche zur weiteren Lagerung gefüllt. In den USA ist keine Farbkorrektur durch Zugabe von Karamell gestattet.

Eine weitere Besonderheit ist die Filtration beim Tennessee-Whiskey durch eine Kohle-Filter-Schicht aus Ahornholz, die zehn Tage dauert und dem Whiskey vor der Fassbefüllung eine Art Aromatisierung und dadurch auch einen besonders trockenen Charakter verleiht. 


Bezeichnungen

American Light Whiskey: dem Scotsch ähnlicher Verschnitt leichter Whiskeys ohne Neutralsprit

Blended Whiskey: mindestens 20 % Straight-Whiskey, vermischt mit 95 %igem Neutralsprit

Corn Whiskey: mindestens 80 % Mais (corn), darf auch in gebrauchten Fässern lagern

Rye Whiskey: mindestens 51 % Roggen, der Rest aus anderen Getreidesorten wie Mais oder gemälzter Gerste; darf nicht über 80 % Vol. destilliert werden und muss in neuen, innen stark ausgeflämmten Eichenholzfässern mindestens vier Jahre lagern

Straight Whiskey: muss aus einer Destillerie stammen und darf auch nicht aus verschiedenen Destillaten verschnitten werden 


Gläser-Tipp

WOB-Malt, Riedel Single Malt


Trink-Temperatur

16 bis 18 Grad Celsius


Gesetz

1909 wurden in einem Gesetz erstmals die Merkmale des amerikanischen Whiskeys verbrieft.

Es ist gesetzlich geregelt, dass der Alkohol nicht über 80 % Vol. haben darf und der Whiskey mindestens zwei Jahre in neuen Eichenfässern lagern muss, bevor er dreijährig nach der Flaschenfüllung, in den Verkauf kommt.

Zuckerbeigabe: Dem Bourbon dürfen im Gegensatz zum irischen, schottischen und japanischen Whisk(e)y keinerlei Farbstoffe beigefügt werden. Daher ist es vorgeschrieben, immer frische und stark ausgebrannte Fässer zu verwenden. 


Whisky-Produzenten

Siehe "Link-Seiten" in www.world-spirits.com oder im "World-Spirits Online Guide" umfassend!