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Whisky - Schottland


Geschichte/Wissenswertes

Über den Ursprung der Kunst des Destillierens sind Fachleute einig – sie dürfte im 9. Jahrhundert vor Christus im Fernen Osten zu finden sein. Über Ägypten kam das Destillieren nach Europa und im Hochmittelalter dürfte es bereits eine Hochkultur des Trester- und Gertreidebrennens gegeben haben. Ob jetzt aber Schotten oder Iren die Nase vorn hatten beim Brennen des „Lebenswassers“ namens „Uisce beatha“, das wurde immer wieder diskutiert. Auf alle Fälle entwickelte sich die Whisky-Kultur beider ähnlich und gleichzeitig.

Ursprünglich war die Kunst der Herstellung den Klöstern vorbehalten, doch in Schottland übernahm die Bevölkerung diese sehr schnell und änderte auch die Methode, dieses köstliche Getränk herzustellen. Verwendeten die Iren Kohle, um die Öfen für das Darren der Gerste zu heizen, nutzten die Schotten den reichlich vorhandenen Torf. Damit entstand die rauchige Eigenheit der schottischen Whisky-Stilistik.

Um 1500 war das Destillieren den Badern und Chirurgen vorbehalten, was den damaligen medizinischen Stellenwert des Whiskys untermauert. Da Gerste knapp wurde, erhielt der Adel 1579 das Privileg der Destillation. Im 17. Jahrhundert enstanden viele Whisky-Destillerien – so auch im riesigen Gebiet der Highlands, wo die Wiege des schottischen Malt-Whisky stand.

Strenge Steuergesetze und vor allem unterschiedliche Besteuerungen z. B. der Lowlands und Highlands waren Grund für Aufruhr und einen Boom der Schwarzbrennereien. Im 19. Jahrhundert wurden die Destillerien legalisiert und Aeneas Coffey revolutionierte mit der Verbesserung des Patent-Destillierapparates die traditionelle Pot-Still-Methode der direkten Befeuerung. Die Vorteile der Neuerung: Man konnte kontinuierlich brennen, was einen höheren Ausstoß erlaubte – und man konnte ein Gemisch aus gemälzter und ungemälzter Gerste oder anderen Grteidesorten verwenden.

Der Siegeszug des schottischen Whiskys begann so richtig, als um 1850 der erste Blended Whisky – ein Verschnitt aus Malt-Whisky und einem Destillat aus Coffeys „Maschine“ – auf den Markt kam. Dieser Whisky hatte nur zwei Brenndurchgänge hinter sich, während bei den Iren wegen der aufwändigeren Erzeugung weiterhin dreimal gebrannt werden musste.

In der nachfolgenden Diskussion um die Bezeichnungswahrheit bei „Scotch“ traf die britische Regierung 1909 eine salomonische Entscheidung und definierte Whisky als ein Destillat aus verschiedenen gemälzten Getreidesorten – egal ob traditionell erzeugter reiner Malt, das Destillat nach Coffeys Verfahren oder eine Mischung. 1915 wurde das Gesetz noch um den Passus der dreijährigen Lagerung erweitert.

Die schottische Whisky-Vielfalt kommt aus den Regionen Highlands, Speyside, Lowlands, Campbeltown, Orkney, Skye, Mull und Islay.  


Produktion

Gerste, Wasser und Torf sind die Grundzutaten des Scotch. Die Gerste kam ursprünglich aus schottischem Anbau, wird aber auch aus Australien, Kanada und England importiert. Das Wasser spielt eine große Rolle: Jede Brennerei besitzt eine eigene Quelle, einen Bach oder einen kleinen Fluss. Das Wasser hat wenig Mineralstoffe, fließt über Stein, Granit, durch Torf – daher die unterschiedlichen „Wassergeschmäcker“ und Eigenheiten.

Bei der Destillation des traditionellen Malt-Whiskys wird nach der alten Pot-Still-Methode gearbeitet. Reine Gerste wird zum Keimen grbacht – das so genannte „Mälzen“, woher der Name kommt. Das keimende Getreide trocknet dann über Torffeuer und nimmt den typischen Rauchgeschmack an.

Nun folgen die Stationen des Mahlens, Vermischens mit Wasser und Zusetzens von Hefe, um die Gärung einzuleiten. Die Flüssigkeit wird in Kupferkesseln zweimal gebrannt, danach das klare Destillat in Eichenfässer – besonders gut sind alte Sherryfässer oder gebrauchte Bourbonfässer aus den USA – gefüllt, um über ein gutes Dutzend Jahre seinen Charakter zu entwickeln.

Das Gros des auf dem Markt befindlichen Scotch sind allerdings Blended-Whiskys – Verschnitte aus Malts und „Grains“, die meist aus ungemälzter Gerste nach der Coffey´schen Patentmethode im kontinuierlichen Verfahren erzeugt und ebenfalls im Fass gelagert werden. Die Kunst des „Blendmasters“ liegt darin, die richtige „Mariage“ aus bis zu 40 verschiedenen Grundwhiskys zu finden, was natürlich wohlgehütete Geheimnisse sind.  


Bezeichnung bzw. Altersbezeichnungen

Single-Malts: stammen aus einer einzigen Brennerei und dürfen nicht mit anderen Single-Malts verschnitten werden

Vatted-Malts oder 100 % Malt: Verschnitt von Single-Malts verschiedener Hersteller

Blended-Whisky: Verschnitt aus Grains und Malts, bestehend aus Grundprodukten der verschiedensten Destillerien in Schottland; Mindestalter von drei Jahren, eine Jahresangabe bezieht sich auf das jüngste für den Verschnitt verwendete Destillat.  


Gläser-Tipp

WOB-Malt, Riedel Single Malt  


Trink-Temperatur

Es ist ein Unterschied, ob man einen Single-Malt mit 16 bis 18 Grad Celsius genießt oder einen Scotch mit Eis aus dem Tumbler ...  


Whisky-Produzenten

Siehe "Link-Seiten" in www.world-spirits.com oder im "World-Spirits Online Guide" umfassend!