Rotes Gold aus dem Wald

HIMDie Himbeere ist unter den Beeren eine der aromatischsten Sommerfrüchte und als Frischfrucht sehr begehrt – besonderer Beliebtheit erfreuen sich die beerigen Früchte als Geschmacks-Feuerwerke in Konditoreien, zur Marmelade-, Gelee- und Saftherstellung.

Die roten, gelben und auch schwarzen Beeren wurden bereits in der Jungsteinzeit gesammelt und im Mittelalter von den Mönchen in den Klostergärten kultiviert. Seither wird stetig an neuen Züchtungen von Sommer- oder Herbst-Sorten geforscht. Die besonders köstlichen und begehrten Wald-Himbeeren fühlen sich an Waldrändern und Waldlichtungen besonders wohl – man findet sie sogar in 2.000 Meter Seehöhe.

Auch die Brenner haben bereits die Reize dieses Rosengewächses erkannt und verarbeiten hauptsächlich Himbeeren aus kultiviertem Anbau- oder gleich Wald-Himbeeren, die schon fast in Gold aufgewogen werden müssen. Der Kostenfaktor machte die Destillateure erfinderisch: Das Angebot reicht von in Grappa eingelegten Himbeeren, Likören, Geisten oder Spirituosen, bis hin zu Edelbränden und der Krönung in 100% Destillaten – natürlich aus erntefrischen Wald-Himbeeren. Handgepflückt, raschest verarbeitet und in der so genannten abgehenden Gärung mit viel Fingerspitzengefühl und handwerklichem Können destilliert, sind sie wahre Geschmackswunder.

Den größten Bekanntheitsgrad in der Fraktion der Himbeer-Spirituosen haben Himbeergeister oder der klassische französische Framboise. Achtung: Himbeere ist nicht gleich Himbeere! Bei der Herstellung eines Geistes werden Himbeeren einige Tage in reinen Industrie-Alkohol eingelegt und destilliert. Ein Himbeer-Destillat wird aus dem Alkohol reiner, vergorener Beeren destilliert. Aus einer Tonne Wald-Himbeeren kann auch die hochwertigste Herstellungs-Methode nur zirka 35 Liter trinkfertiges Destillat gewinnen. Der Unterschied ist im Preis und vor allem in der Qualität deutlich erkennbar. Das sensorische Spektrum eines Himbeer-Destillates reicht von vorwiegend frischen Zitrustönen bis hin zu etwas heuigen oder marzipanigen Aroma-Komponenten.

Quelle: www.world-spirits.com © by WOB